Das kleine Hunde 1 x 1
Für ein besseres Miteinander
Nenn es Knigge, Benimmregeln, Höflichkeitsetikette oder einfach respektvollen Umgang mit anderen Menschen.
Die folgenden Regeln helfen jedem Hundebesitzer, den Alltag entspannter und harmonischer zu gestalten. Wenn wir alle ein bisschen Rücksicht nehmen, entsteht ein Miteinander, das Freude macht, für weniger Missverständnisse sorgt und für mehr Verständnis und Gelassenheit im Zusammenleben mit unseren Hunden.
01
Das kleine Geschäft
Mal ganz ehrlich: Wer mag es schon, wenn sein Rasen gelbe Flecken bekommt oder wenn Mülltonnen, Autoreifen, Hausecken oder Gartenzäune ständig angepinkelt werden? Wenn der erste Hund erst einmal damit beginnt, einen Ort zu markieren, setzt jeder vorbeikommende Hund seine Markierung darüber. Eine Dauerbelastung durch Urin kann enorme Schäden verursachen.
Dabei kann es zu der Mensch-Hund-Beziehung durchaus positiv beitragen, wenn man seinen Hund nicht überall pinkeln lässt. Es ist erlaubt, einfach weiterzugehen und nicht immer und überall stehen zu bleiben, nur weil der Hund das möchte! Gleichzeitig macht man sich damit auch bei den Nachbarn beliebter.
02
Hund an der Leine
Wenn du einem Besitzer mit angeleintem Hund begegnest, sollte es selbstverständlich sein, dass auch du deinen eigenen Hund anleinst. Es gibt viele Gründe, warum ein Hund an der Leine sein könnte – er könnte gerade trainiert werden, ängstlich oder läufig sein. Sei also respektvoll, denn es geht um das Wohlbefinden aller Hunde bei solchen Begegnungen.
Das ist wichtig – egal ob ihr im Wald, auf der Hundewiese oder im Park nebenan seid! Wenn du Kontakt möchtest, gehe mit deinem angeleinten Hund auf den anderen Hund zu und frage aus sicherem Abstand, ob ein Treffen oder Freilauf erwünscht ist.
03
Sommer, Sonne, Sonnenschein
Bitte lass deinen Hund im Sommer niemals im Auto zurück – auch nicht für nur zwei Minuten. Hunde können nicht schwitzen wie wir, und zu viel Hitzeeinwirkung kann schnell zu einem Hitzschlag führen.
Genauso solltest du immer auf die Temperatur von Gehwegen und Asphalt achten: Dein Hund kann sich schnell die Pfoten verbrennen. Teste deshalb am besten mit deiner eigenen Handfläche, ob der Boden zu heiß ist.
Verlege Spaziergänge im Hochsommer lieber auf die frühen Morgenstunden oder den späten Abend.
04
Die Farbe Gelb
Ein Trend aus den USA und Skandinavien kommt endlich auch bei uns an: Die gelbe Markierung.
Durch die Farbe Gelb – in Form von Schärpen, Schleifen, Halstüchern etc. – signalisiert man, dass der eigene Hund Abstand braucht. Der Grund spielt dabei keine Rolle: Vielleicht hat er Angst, ist reaktiv oder befindet sich im Training.
Wenn ihr einem so gekennzeichneten Hund begegnet, weicht bitte weiträumig aus oder bleibt mit ausreichend Abstand stehen, damit der Hund die Situation in Ruhe verarbeiten kann.
Hier gibt es weitere Informationen: www.gulahund.de
05
Der Tut-nix
Ich wünsche jedem Hundebesitzer einen unkomplizierten, gut sozialisierten und souveränen Hund, den man bedenkenlos auch ohne Leine laufen lassen kann, weil er aufs Wort hört. Aber nur weil der eigene Hund so ist, bedeutet das nicht, dass alle Hunde so sind.
Oft bemerkt man gar nicht, was der eigene Hund kommuniziert. Der Hund gegenüber kann sich jedoch schon allein durch die Anwesenheit eines anderen Hundes bedroht fühlen und vielleicht mit Aggression reagieren. Jedes „Ausrasten“ ist ein Rückschritt im Training.
Deshalb: Nehmt Rücksicht und geht nicht automatisch davon aus, dass jede Begegnung in Ordnung ist – nur weil der eigene Hund nett ist.
06
Zeigt die Bäuche her
Nicht jeder Hund, der seinen Bauch zeigt, möchte dort auch gestreichelt werden – ganz im Gegenteil! Es kann sein, dass er damit mehr Distanz schaffen möchte. Wenn Hunde sich unwohl fühlen, zeigen sie den Bauch oft als Unterwerfungsgeste – frei nach dem Motto: „Bitte tu mir nichts, ich ergebe mich.“
Dieses Verhalten geht häufig einher mit Steifwerden, Lippenlecken und Wegschauen. Ich wäre doch schade, wenn Hunde in ihrem Unbehagen nicht ernst genommen werden. Schlimmstenfalls lernt der Hund dann, vehementer werden zu müssen, um seine Grenzen klarzumachen.
Wie man den Unterschied erkennt, erkläre ich dir gerne im gemeinsamen Training.
07
Knuddeln nicht erwünscht
Einen Hund zu streicheln, sein weiches Fell auf der Haut zu spüren, ihn zu knuddeln und zu knutschen, ist etwas Schönes. Doch leider ist es ein rein menschliches Bedürfnis. Hunde finden es meistens nicht angenehm, von Fremden angefasst zu werden – was wir Menschen ja eigentlich auch nicht wollen würden.
Schlecht sozialisierte Hunde können Streicheln sogar als Dominanzgeste auffassen und mit Aggression reagieren. Oder sie fühlen sich allein durch die von oben kommende Hand bedroht.
Deswegen gilt: Hände weg von fremden Hunden! Gestreichelt wird nur, wenn ihr euch beim Besitzer rückversichert habt, dass der Hund es auch mag.
08
Ich und mein Holz
Stöckchenwerfen ist superpraktisch, denn das Spielzeug liegt ja in der Natur und kann auch dort wieder zurückgelassen werden. Aber leider ist das Spiel mit Stöcken sehr gefährlich!
Wenn der Hund den Stock falsch im Maul trägt und dann stolpert oder hängen bleibt, kann er sich den Stock in den Hals rammen. Das kann zu sehr schweren und komplizierten Verletzungen führen, die durch einen splitternden Stock sogar lebensbedrohlich sein können.
Deswegen tut euch und eurem Vierbeiner den Gefallen und nehmt ein sicheres Spielzeug mit, das geworfen werden kann.
09
Schau mir in die Augen kleines
Hunde kommunizieren sehr fein und mit kleinen Gesten, die viel Bedeutung haben können. Dazu zählt auch der direkte Blickkontakt zu Hunden und Menschen. Denn in „Hundesprache“ ist ein langer, direkter Blickkontakt etwas Bedrohliches und gehört zum Drohverhalten.
Hunde mit wenig Erfahrung oder unsichere Hunde verstehen nicht, dass wir Menschen nicht dieselbe Sprache sprechen. Dadurch fühlen sich viele Hunde bereits von Menschen bedroht, die sie „nur“ anschauen.
Tut diesen Hunden einen Gefallen und wendet euren Blick immer wieder ab oder versucht gar nicht, sie direkt anzuschauen.
Wenn ihr mehr über Körpersprache und Kommunikation von Hunden lernen wollt, kommt gerne zu mir ins Training.
10
Pufferfunktion
Viele Hunde leben oft in der gleichen Nachbarschaft, sodass es unvermeidlich ist, dass sich Hundehalter begegnen und Wege sich kreuzen. Viele Hunde sind jedoch unsicher und überfordert, wenn ihnen ein Hund frontal entgegenkommt, und zeigen dies durch Bellen oder Springen an der Leine.
Ihr könnt eurem Hund in solchen Situationen ganz einfach helfen, indem ihr als Puffer mehr Raum zwischen eurem und dem fremden Hund schafft. Nehmt euren Hund einfach auf die Körperseite, die vom entgegenkommenden Hund abgewandt ist – oft ist das die rechte Seite.
Wenn der Hundehalter gegenüber das ebenfalls macht, sind sogar zwei Menschen als Puffer vorhanden, wodurch die Situation deutlich entschärft wird.
